Anna Blume
Merzgedicht 1
    Anna Blume - Dada oder Merz?
 
 
 
  Merzdichtung  
 
  Konkrete Poesie  
 
 
  Gegenstand rivalisierender Auseinandersetzung wurde Anna Blume im Kreis der politisch engagierten Berliner Dadaisten. Richard Huelsenbeck lieferte sie das letzte Argument, Schwitters als bürgerlich-romantischen Spinner (als "der Caspar David Friederich der dadaistischen Revolution") abzuschätzen, der dem revolutionären Ansinnen Dadas nur schaden könne.
Daß Schwitters auf den Einband der "Anna Blume. Dichtungen" das Wort dada verwendete, und mit dem Gedicht ausgerechnet in bürgerlichem Milieu auch noch erfolgreich war, muß ihm für seine eigenen Ideen bedrohlich und ärgerlich erschienen sein. Er distanzierte sich öffentlich: "Dada lehnt Arbeiten wie die berühmte „Anna Blume“ des Herrn Kurt Schwitters grundsätzlich und energisch ab." (Einleitung zum Dada-Almanach. Berlin Mai 1920)

Als im Juni die Erste Internationale Dada-Messe in der Kunsthandlung Burchard in Berlin stattfindet, wird Schwitters die Teilnahme nicht nur untersagt, es ist sogar eine Arbeit von Rudolf Schlichter mit dem Titel "Der Tod der Anna Blume" ausgestellt.
Schwitters reagiert, indem er einen Aufkleber für die sich gerade im Druck befindliche Litho-Mappe "Die Kathedrale" anfertigen läßt (Aus sanitären Gründen... Vorsicht: Anti-Dada).
Außerdem widmet er Dada einen großen Abschnitt in seinem ersten ausführlichen MERZ-Programm (MERZ (1920), das Anfang 1921 im Münchner "Ararat" erscheint: Hier erteilt er den gesellschaftlich-politischen Tendenzen des "Hülsendadaismus" eine Absage.
 
 
   
  Die Kathedrale  
 
 
 
 
 
   
 Anna Blume