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Mit Hannah Höch, Raoul Hausmann und seiner Frau Helma reiste Kurt Schwitters 1921 zur "Anti-Dada-Merz-Tournee" nach Prag.
Das Motto der Auftritts-Reise "Anti-Dada-Merz" verweist auf eine Auseinandersetzung mit dem Berliner Dadaisten Richard Huelsenbeck um Schwitters Verhältnis zum Dadaismus. (s.a. Kurt Schwitters = Merz, Merz (1920), Seite 4) Schwitters fühlte sich Dada - mit der Einschränkung "durch Gegensätzlichkeit" - verbunden. Wo Schwitters jedoch auf der Autonomie künstlerischen Tuns beharrte, vertrat Huelsenbeck die Auffassung, Dada müsse revolutionäre politische Ziele verfolgen oder doch zumindest die (bürgerliche) Kunst abschaffen. Schwitters hielt er für den "Caspar David Friedrich der dadaistischen Revolution" (W. Schmalenbach: Kurt Schwitters. Köln 1967. S. 13), der mit romantischen Dichtungen wie "An Anna Blume" bürgerliche Verhältnisse verharmloste und affirmierte. Als Folge dieses Streits war Schwitters die Unterzeichnung des dadaistischen Manifests verwehrt worden, auch auf der Ersten Internationalen Dada-Messe in Berlin wurde er nicht ausgestellt. Daß nun die Prag-Reise mit Hannah Höch und Raoul Hausmann, beide ebenfalls Berliner Dadaisten, unter dem Motto "Anti-Dada-Merz" veranstaltet wurde, war ein Akt der Selbstbehauptung gegen die Ausschlußversuche des Huelsenbeck-Kreises: Merz verteidigte seinen Platz im künstlerischen und gegen den politischen Dadaismus. Diese erste Reise hatte für Schwitters weitere Entwicklung große Bedeutung. Prag bildete den Auftakt für Schwitters bis 1947 andauernden Aktivitäten als Vortragskünstler, und hier hörte er zum ersten Mal, wie Hausmann das phonetische Gedicht "fmsbw" rezitierte, das er später zum Ausgangsmotiv der "Ursonate" weiter entwickelte. Auch Schwitters langjährige Freundschaften zu Raoul Hausmann und Hannah Höch wurzeln in dieser Zeit. |
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