Merzprosa
Anwendung des Prinzips Merz in der Prosa
    Auguste Bolte (ein Lebertran) (eine Doktorarbeit)
 
 
 
  Prosa  
 
  Franz Müllers Drahtfrühling  
 
 
  "Auguste war stets ein scharf denkendes Mädchen von schnellem Entschlusse gewesen", die im Verlauf der Erzählung konsequent Merzprinzipien folgt und ausgeliefert ist.
Sinn und Unsinn, freie Assoziation und konsequente Konstruktion korrespondieren mit den in Klammern gesetzten Untertiteln: Auguste Bolte ist "ein Lebertran" und "eine Doktorarbeit" - ein grotesker Kommentar zur Kunstkritik im Namen der Wissenschaft ("Und mit Würde wie eine Autorität verließ sie das Lokal") und gleichzeitig ein liebevoll erzählter, aber jäh endender Bildungsroman ("Ich als Autor erkläre hier, daß dieses der Schluß meines Versuches ist, dem Volke eine Auguste Bolte zu schenken").
Die streng durchkonstruierte Er-Zählung ("Auguste Bolte sah etwa 10 Menschen auf der Straße, die in einer und derselben Richtung geradeaus vorwärts gingen. Das kam Auguste Bolte verdächtig, ja sogar sehr verdächtig vor. 10 Menschen gingen in einer und derselben Richtung. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10. Da mußte etwas los sein")
schildert den mühevollen und irrigen Weg ("Salzige Zweifel kochten in ihrem armen, gemarterten Schädel, etwa wie Sauerkohl")
der gescheiten Auguste ("Wenn etwas los ist, können sogar 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800, 900, 1000 Menschen in einer und derselben Richtung gehen. Das, und vieles andere, wußte Auguste. Z.B. wußte Auguste, daß sie sich auf wußte reimen mußte. Auguste zählte")
zum Frl. Dr. Prof. Auguste Leb, "resp. Lebertran" ("Lebkuchen? Unsinn, Aujuste, heiraten mußte!").
 
 
   
  Tran Nr. 30 (ein Lebertran) (eine Doktorarbeit)  
 
 
 
 
 
   
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