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| Meine Sonate in Urlauten
Zeichenerklärung Die verwendeten Buchstaben sind wie in der deutschen Sprache auszusprechen. Ein einzelner Vokal ist kurz, zwei nicht doppelt, sondern lang, wenn es gleiche Vokale sind. Sollen aber 2 gleiche Vokale doppelt gesprochen werden, so wird das Wort an der Stelle getrennt. Also >a< wie in Schnaps, >aa<, wie in Schlaf, >a a< ist doppeltes kurzes a, usw., >au< spricht sich wie in Haus. Konsonanten sind tonlos. Sollten sie tonvoll sein, muß der den Ton gebende Vokal hinzugefügt werden. Beispiele: >b, be bö, bee<. Aufeinanderfolgende b p d t g k z sind einzeln zu sprechen, also: >bbb< wie 3 einzelne >b<. Aufeinanderfolgende f h 1 j m n r 5 w sch sind nicht einzeln zu sprechen, sondern gedehnt, >irr< ist ein längeres Schnarren als >r<. Die Buchstaben c q v x y fallen aus. Das z wird der Bequemlichkeit halber beibehalten. Große Buchstaben dienen nur zur Trennung, zum Gruppieren, zum besseren Erkennen von Abschnitten, als erste Buchstaben von Zeilen usw. >A< spricht sich wie >a<. Man kann zur Bezeichnung von laut rote Unterzeichnung, von leise schwarze nehmen. Es bedeutet also ein dicker roter Strich, F F ein dünner F, ein dünner schwarzer Strich p, ein dicker pp. Alles nicht unterstrichene ist mf. Schrift wie Noten ist auch möglich, wenn Tempo taktmäßig ist, z.B.: [hier folgt die nebenstehende Notation. Anm. d. Red.] Dieses wäre eine andere, nicht sinnfällige Schreibweise des zweiten Satzes. Bei freiem Takt können eventuell zur Anregung der Phantasie auch Taktstriche verwendet werden. Alle Zahlen dienen nur zur Angabe von Taktzeiten. Zahlen, Striche und alles Eingeklammerte sind nicht zu lesen. Die zu verwendenden Buchstaben sind, um noch einmal alle zusam-menzuzählen: a ä au e ei eu i o ö u ü b d f g h k 1 m n p r s sch ch w z. Die Selbstlaute sind: a e i o u ei eu au ä ö ü. Sollen die r einzeln gesprochen werden, so empfiehlt sich folgende Schreibweise: RrRrRrRrRrRr. Ebenso: SchschSchsch, oder LlLlLl usw. Bei freiem Rhythmus werden Absätze und Satzzeichen wie in der Sprache verwendet, bei strengem Rhythmus Taktstriche oder Bezeichnung des Taktes durch entsprechende Einteilung des Schriftraumes in gleich große Raumabschnitte, aber keine Satzzeichen. Also,.;!?: sind nur als Klangfarbe zu lesen. Natürlich ist in der üblichen Schrift mit den Buchstaben des alten römischen Alphabets nur eine sehr lückenhafte Angabe der gesprochenen Sonate zu geben. Wie bei jeder Notenschrift sind viele Auslegungen möglich. Man muß wie bei jedem Lesen Phantasie haben, wenn man richtig lesen will. Der Lesende muß selber ernst arbeiten, wenn er wirklich lesen lernen will. Arbeiten fördert die Aufnahmefähigkeit des Lesenden mehr als fragen oder gar gedankenloses Kritisieren. Das Recht zur Kritik hat nur der, der alles verstanden hat. Besser als zu lesen ist die Sonate zu hören. Ich selbst trage deshalb meine Sonate gern und oft öffentlich vor und bin auf Einladung überall gern bereit, einen Sonatenabend zu veranstalten. Da es aber nicht gut möglich ist, überall Abende zu veranstalten, habe ich einige charakteristische Teile ins Grammophon gesprochen. Die betreffende Platte ist als MERZ 12 veröffentlicht und für 20 Mk. bei Merzverlag in Hannover zu haben, Waldhausenstr. 5. Die Dauer der ganzen Sonate ist ca. 35 Minuten. [Fortsetzung auf page 2] |
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