Texte für Bühne und Gesang
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  Zwischenspiel
(Nach der Pause hebt sich der große Vorhang. zwischen diesem und einem zweiten Vorhang befindet sich der Regisseur im Dialog mit seinen Schauspielern, die alle in langer Reihe nebeneinander aufgebaut stehen. Er schreitet die Reihe ab, indem er mit jedem einzeln spricht.)

REGISSEUR: Personen! Darf ich Euch unumwunden sagen,
Ihr spielt zwar gut,
Doch spielt Ihr nicht ganz richtig.

ALLE: Wir spielen nicht ganz richtig?

REGISSEUR: Bedenkt, ein Untergang steht Euch bevor.
Ihr wißt es nicht, ob unsere Erde
Durch einen grauenvollen Untergang
Zerstört wird werden oder nicht.
Der Virmula hat es getroffen,
Mit dem »Voraussichtlich ... «
Denn keiner weiß Bescheid,
Wird sie nun wirklich untergehn, oder nicht?
Doch seid Ihr teilnahmslos an ihrem Unglück.

ALMA: Ich bin es nicht
Ich sterbe, wenn es muß für meine große Liebe.
Der, der den Untergang entdeckt,
Hat eine so bedeutend große Tat vollführt,
Daß ich mit ihm zu sterben bin bereit.

ROMMEL: Und ich bin bald verrückt vor Angst.
Ich hab allein es recht erfaßt.
Das Einzigwahre ist hier Angst.
Ich rede von Revolution, Weltuntergang
Von Feuer und von meiner armen Mutter.

FRAU ROMMEL: Und mich geht alles gar nichts an.
Ich bin auch noch nicht vorgekommen.
Ihr werdet sehen.
(Hält ihren Schirm hoch.)

REGISSEUR: Der Rommel denkt, er wär verrückt vor Angst!
Doch lange nicht genug, er muß vor Angst fast sterben.
(Rommel schlottert vor Angst.)

REGISSEUR: Und Ihr, die Menge,
Was seht Ihr stets befriedigt zu?
Macht endlich Aufstand, Panik, Angst, Revolution.
Der Sinn der Menge ist Empörung!
Es komme, wie es kommt.

ORDENTLICH: Dafür sorgt schon die Ordnungspolizei.

MEISTERLICH: Doch kommt die Ordnung immer durch
Und mir ist alles gleich, ich bin Beamter.

BANA: Und ich bin seine Frau und eifersüchtig.
Was kümmert mich der Untergang der Erde.
Und zeigte ich mich ängstlich meinem Mann
Verlöre er den letzten Rest Respekt.

TAA: Wie es auch kommt, ich liebe Noll
Und muß die Erde untergehn,
So haben wir die Liebe.

NOLL: Die große Liebe und die große Eifersucht,
Sie halten aufrecht uns im Untergang.

REGISSEUR: Das glaubst Du?
Du glaubst, daß Liebe Haltung geben könnte,
Wenn sich der Mensch Gefahren gegenübersieht!

NOLL: Die Liebe füllt den Menschen gänzlich aus.
Der Liebende erkennt nicht die Gefahr,
Er sieht nur seine Liebe.

REGISSEUR: Nicht zu viel Lyrik!

TEDDI: Und ich, was tat ich falsch?
Ich bin die wichtigste Person des Stücks
Ich bringe einen Hauch vom andern Stern.
Durch mein Erwachen plötzlich auf die Erde.
Und ich will leben,
Weil große Dinge sich ereignen werden.

REGISSEUR: Bär, du bist brav.
Doch ist Dein Zweck in diesem Stücke nur,
Die Eifersucht des Noll zu schüren.

VIOLINA: Und ich, ich bin die Hauptperson.
Ich brachte den Beweis von der astralen Nähe
Des andern Sterns durch plötzliches Erscheinen;
Und mußte ich nicht auch den andern Stern
Euch schildern.

REGISSEUR: Das denkst Du nur,
Du mußtest hier erscheinen,
Um zu verwirrn und wegen des Balletts -
Nun kann ich Euch nicht alle einzeln sprechen,
Das Publikum wird ungeduldig.
Und wenn die Erde jetzt
Mit jenem Stern zusammenstoßen wird,
Benehmt Euch äußerst dumm,
Das ists, worum ich bitte.

CLAMPENCOEVE: Das so wie so, ich frage nur nach Holland.

HEINRICH: Und ich vergehe nur vor Eifersucht.

SEHR: Und ich bewundere die Ordnung.

REGISSEUR: Dann wären wir ja fertig.



[Fortsetzung auf Seite 12]
 
 
  Der Zusammenstoß  
  Eine groteske Oper  
 
 
 
   
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