Sommermonate 1930 - 1939
Hjertøya und Djupvand
    Ohne Titel (Große Merzsäule, Rekonstruktion)
 
 
 
  Exil in Norwegen  
 
  1937 - 1938  
 
 
  Original: Holz und Gips,
ca. 300 x ca. 80 x ca. 80 cm
Rekonstruktion: Guß, Marmorstaub (epoxigetränkt),
ca. 300 cm (ohne Sockel) x
ca. 97 x ca. 40 cm, 9 x 97 x 67 cm (Sockelplatte)

Inv.-Nr. LN 532

Provenienz
Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1994 (Kauf) – Intragna (Tessin), Peter Bissegger, 1994

Auf Hjertøya, der kleinen Insel im Moldefjord, wo sich Kurt Schwitters seit 1934 in den Sommermonaten aufhielt, baute er diese drei Meter hohe und damit größte freistehende Plastik in seinem Werk. Vermutlich formte er den konkav geschwungenen Hauptteil mit Hilfe vorgefundener Schiffsplanken oder direkt an einem Ruderbootsrumpf mit Gips ab. Die aufstrebende abstrakte Figur besaß trotz der konstruktivistischen Formensprache ein expressives, an russische Revolutionskunst erinnerndes Pathos. In Erinnerung an die Konstruktionen des Merzbaus in Hannover muß sie, freistehend und schon von weitem sichtbar, auf der Insel wie ein „Mahnmal“ gewirkt haben. Da die Große Merzsäule um 1947, nach ihrer Versetzung an einen ungeschützten Platz, vom Wetter zerstört worden war, ließ der Sohn des Künstlers nach von ihm aufgenommenen Fotografien des Originals durch Peter Bissegger zwei Rekonstruktionen anfertigen. Es ist geplant, das zweite Exemplar wieder vor Ort in Norwegen aufzustellen.

Quelle:
Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998. Kat.-Nr. 77.
Der Katalog enthält weitere Informationen zu diesem Werk. (Ausstellungen und Veröffentlichungen)
 
 
  Große Merzsäule  
  Um 1936 (1994)  
Große Merzsäule um 1936 (Rekonstruktion 1994)
 
 
 
   
 Sommermonate 1930 - 1939 1 2