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| Collage, Papier auf Papier,
17,2 x 12,9 cm, 29,8 x 21,4 cm (Originalpassepartout) unten links: Wenzel Kind / Madonna mit Pferd [in Kurzschrift] unten rechts: 1921 Rückseite, unten links: Mz. 151 Inv.-Nr. D 76 Grundlage der dadaistischen Montage ist ein reproduzierter Stich nach Raffaels Gemälde Die Sixtinische Madonna, eine Inkunabel der abendländischen Kunstgeschichte und eines der Hauptwerke in der Gemäldegalerie Dresden, wo Kurt Schwitters Malerei studierte. Im 19. Jahrhundert avancierte es zum populären (kleinbürgerlichen) Andachtsbild und galt schon damals als Sinnbild eines idealisierten Kunst- und Schönheitsbegriffs. Nicht zufällig also wählt Schwitters dieses symbolträchtige Werk, um es treffsicher durch wenige Überklebungen und triviale Kommentare auf humorvoll-ironische Weise zu entweihen. Fetische der modernen Welt (Mode, Sport, Technik, Geld, Amerika) vervollständigen das ‘vollkommene Meisterwerk’; Insignien säkularer Werte ersetzen Engel und Heiligenfigur. In der Materialwahl sowie der fast illustrativen Provokanz steht Wenzel Kind Madonna mit Pferd vergleichbaren dadaistischen Collagen von Max Ernst aus jenen Jahren sehr nahe. Die Bezeichnung „Wenzel Kind“ bezieht sich auf das dargestellte Jesuskind und scheint durch die Pragreise Schwitters’ im Entstehungsjahr angeregt worden zu sein. Provenienz Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1979 (Leihgabe) – Hannover, Sammlung NORD/LB in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, seit 1994 (Kauf) – Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum, 1969–1979 (Leihgabe) – Lysaker (Norwegen), Ernst Schwitters, 1948–1994 (Erbschaft) Quelle: Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998. Kat.-Nr. 33. Der Katalog enthält weitere Informationen zu diesem Werk. (Ausstellungen und Veröffentlichungen) |
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