1919 -1920
Es war ein sehr begebenswürdiger Tag, an dem ich geschlachtet werden sollte.
    Mz. 158 Das Kotsbild.
 
 
 
  Kurt Schwitters in Hannover  
 
  1921 - 1922  
 
 
  Collage, Farbstift (schwarz) und Papier auf Papier, 27,5 x 20,7 cm (Bild), 39,4 x 29,4 cm (Passepartout)
unten rechts (zuvor auf Rückseite der originalen Unterlage oben rechts): Kurt Schwitters 1920
unten links (zuvor auf Rückseite der originalen Unterlage oben links): Mz. 158 / Das Kotsbild
unten links (zuvor auf Rückseite der originalen Unterlage oben links): Für Otto Dix. Mai 21.

Inv.-Nr. KA 145/1969

Das Kotsbild gehört zu den frühen dadaistischen Collagen, die oftmals illustrative Elemente enthalten und aus diesem Grund eine inhaltliche Deutung herausfordern. Schon allein das Medium der zerstückelnden bzw. neu zusammenfügenden Montage verhindert jedoch, eine erzählerisch lineare Geschichte aus den Bildern und Texten zu (re-)konstruieren. Vielmehr ergibt sich aus dem Beziehungsgefüge der miteinander kombinierten Elemente aus verschiedenen Kontexten je nach Blickwinkel eine Fülle von Assoziationen. Zentrales Thema ist die komplexe Situation und Lebenswelt der modernen Frau (Mode, ‘Frauenberufe’, Rabattmarken u.a.), vielfältig gebrochen und gespiegelt im Blick bzw. in der Wunschvorstellung des ‘janusköpfigen’ Mannes. Zugleich thematisiert und hinterfragt wird in der Collage jedoch auch die etablierte Trennung von Bild und Sprache, was besonders an der Titelkomponente „KOTS“ sichtbar wird, die sowohl selbstreferentiell ein visuelles Zeichen als auch vokalisiert Teil des Sprachsystems ist. Daneben provoziert die Buchstabenfolge, unabhängig davon, ob sie als Fragment des Wortes „Trikots“ gelesen wird oder nicht, im Kontext mit „Hundehalsbändern“ wiederum eindeutige Vorstellungen.

Provenienz
Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1979 (Überweisung) – Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum, 1969–1979 (Leihgabe) – Hannover, Städtische Galerie, 1969–1979 (Kauf) – London & Lysaker (Norwegen), Ernst Schwitters & Marlborough Fine Art, 1963–1969 (Kauf) – Basel, Galerie Beyeler, 1963 (Kauf) – Basel, Paul Hänggi, 1961 (Kauf) – Pittsburgh, G. David Thompson, 1960 – New York, Sidney Janis Gallery, 1954–1960 (Kauf) – Paris, Galerie Berggruen, 1954 – Berlin, Otto Dix, 1921 (Geschenk)


Quelle:
Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998. Kat.-Nr. 28
Der Katalog enthält weitere Informationen zu diesem Werk. (Ausstellungen und Veröffentlichungen)
 
 
  Das Kotsbild  
  Mz. 158. 1920  
1920
 
 
 
   
 1919 -1920