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| Öl auf Leinwand, 81,5 x 48 cm
unten links: Kurt Schwitters Auch nachdem Kurt Schwitters 1919 zu den abstrakten Merz-Kunstwerken gefunden hatte, gab er eine parallel dazu fortbestehende figurative Malweise zeitlebens nicht auf. Vor allem Porträtaufträge, die er, laut verschiedener Zeitzeugen, in diesen Jahren nur ungern annahm, halfen, seine finanzielle Situation zu verbessern. Die gekonnt gemalten, künstlerisch jedoch als konventionell einzuschätzenden Bilder weisen auf das Interesse des Künstlers hin, immer wieder am ‘lebendigen Objekt’ sein Auge zu schulen. Die Dargestellte Lotte Schönbach (später Fairbrook, geb. Cohn, 1898–1996) stammte aus großbürgerlichen Verhältnissen. Sie war mit einem Bankier verheiratet und lebte zur Entstehungszeit des Gemäldes in Hildesheim. 1934 emigrierte die Familie zunächst nach Palästina, später in die USA. Sie und ihr Mann lernten Kurt Schwitters anläßlich des Kaufs einer seiner frühen Merzarbeiten in einer Hannoveraner Ausstellung kennen und luden ihn nach Hildesheim ein, wo er in mehreren Sitzungen das Porträt anfertigte. Lotte Fairbrook erinnert sich, daß sie dafür eines ihrer Lieblingskleider aus dunkelblau-braun kariertem Taft trug, und daß ihr Mann den ernsten Gesichtsausdruck als ihr eigentliches Wesen nicht treffend kritisierte, Schwitters das Bild jedoch nicht mehr veränderte. In ihren Memoiren beschreibt sie Schwitters’ sarkastische Haltung zur politischen und gesellschaftlichen Situation in diesen Nachkriegsjahren und seine Auffassung, daß die Kunst nicht nur das Schöne der Welt zeigen solle. (Unveröffentlichtes Manuskript, Bd. 5, Teil III, Kap. 6, S. 1–3) Provenienz Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1989, Geschenk – Stockton (Kalifornien), Privatsammlung, seit circa 1921 - 1998 Inv.-Nr. D 1456 Quelle: Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998. Der Katalog enthält weitere Informationen zu zu diesem Werk. (Ausstellungen und Veröffentlichungen) |
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