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| Gefangen
Die Sterne erlöschen ihren Glanz - Ich bin gefangen, gefangen. Zwar liege ich nicht in Ketten, Doch bin ich tot, ich schlafe. - Ich bin gefangen, gefangen. Mir geht das Leben Der Sterne vorbei. Mich kennt es nicht, mich weiß es nicht. Geächtet liege ich im Tal. Gebt mir Gerechtigkeit! Was habe ich getan? Und weshalb sperren sie mich ein? Ein Flüchtling bin ich. Das ist alles. Ein Flüchtling ohne Heim. Hab ich denn nicht genug verloren? Weib, Haus und Land? Doch bleibt mir die Unendlichkeit der Sterne Und die Vergangenheit und Zukunft. Und deshalb sperren sie mich ein. - Wer hört mein Rufen? „Steht mir bei!“ Ich soll verdorren wie ein Blatt In einer Welt von Blumen. Verdorren soll ich, weil ich bin. Und über mir zerbrechen die Sterne. - Ich bin gefangen! Quelle: Kurt Schwitters. um 1941. Zitiert nach Friedhelm Lach (Hg.): Kurt Schwitters. Das literarische Werk. Bde 1 – 5. DuMont Buchverlag Köln 1974 - 1988. Bd. 1. Köln 1988. S. 135 |
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