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| Licht
Ob ich nach der Natur oder abstrakt male oder baue, für mich ist das Licht wesentlich, und das ist das Verbindende meiner Arbeiten. Denk an eine große Landschaft: ferne Berge mit Schnee, Wolken im Tal, ein sonnenbeschienenes Haus im Mittelgrund, dabei Felsen und Grün in Sonne, vorn Felsen und Grün im Schatten, ein kleiner Flußlauf ganz vorn. Dann male ich vorn und hinten, das heißt die Veränderung des Lichts durch Luft und Wasserdampf, oder ich male Gegensätze, den schwarzen Fels im Vordergrunde gegen den grünlich weißen Gletscher, wie im abstrakten Bilde. Luft und Auge schaffen mir komplementäre Farbkontraste, und ich muß sie aus der Natur herausholen. Das Malen der Gegensätzlichkeiten in der Natur ist abstrakt. Baue ich aber an meinem Atelier, so schaffe ich Hohlräume und Flächen für das Licht und verbinde sie durch Farben. Scheint das Licht draußen durch Weidensträucher, so beobachte ich, was ich im Atelier in den Grotten baue. Nicht die Gegenstände sind mir wesentlich, sondern die Musik, die das Licht auf ihnen spielt. Quelle: Kurt Schwitters. 1935 – 1940. Zitiert nach Friedhelm Lach (Hg.): Kurt Schwitters. Das literarische Werk. Bde 1 – 5. Köln 1974 - 1988. Bd. 5. Köln 1981. S. 369/ 370 |
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