Bildende Merzkunst
Von Aquarell, Grafik und Tafelbild zu Plastik, Architektur und Bühne
    Ohne Titel (Drucksache)
 
 
 
  Kurt Schwitters = Merz  
 
  Grafik  
 
 
  Stempelzeichnung
Collage, Bleistift, Farbstift, Stempelfarbe und Papier auf Papier, 20,3 x 16,4 cm (gezeichneter Bildrahmen), 32,6 x 23,5 cm (Blatt)
unten links: Kurt Schwitters

Die Stempelzeichnungen entstehen vor allem zwischen 1919 und 1923. Für ihre Gestaltung benutzt Schwitters die Abdrucke vorgefundener amtlicher oder gewerblicher Stempel. Ohne Titel (Drucksache) markiert mit der gleichzeitigen Verwendung und Überlagerung von gestempelten Aufdrucken, gezeichneten und collagierten Elementen den Beginn der Entwicklung, die 1923 mit ausschließlich gestempelten Zeichnungen ihren Höhepunkt erfährt. Das Werk steht stilistisch den ‘dadaistischen’ Zeichnungen aus demselben Jahr sehr nahe, in denen Schwitters Darstellungen einzelner Gegenstände und abstrakte Formen ohne erkennbaren logischen Zusammenhang auf der Fläche anordnet. Groteske Kombinationen, wie die Kirche mit dem Ringelschwänzchen, charakterisieren diese eher assoziativ zu erschließenden, spielerisch wirkenden Kompositionen, die durch die oftmals rhythmisch gesetzten Stempelungen eine besondere Dynamik erhalten. Die Stempelzeichnungen entstehen zu Beginn der Merzkunst und sind neben den Collagen, den i-Zeichnungen und der Druckgrafik aus diesen Jahren ein weiteres Beispiel für Schwitters experimentierfreudige Suche nach neuen Ausdrucksmitteln, die der Kunst ‘unverbrauchte’ Realitätsebenen eröffnen. Fünfzehn Stempelzeichnungen, darunter auch diese, hat Kurt Schwitters zusammen mit Gedichten 1920 als „Sturm-Bilderbuch IV“ bei Herwarth Walden in Berlin publiziert.


Provenienz
Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1979 (Überweisung) – Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum, 1963–1979 (Leihgabe) – Hannover, Städtische Galerie, 1969–1979 (Kauf) – Lysaker (Norwegen), Ernst Schwitters, 1963–1969 (Kauf) – Basel, Paul Hänggi, 1961 (Kauf) – Basel, Galerie Beyeler, 1960–1961 – Pittsburgh, G. David Thompson, bis 1960 (Kauf) – Bern, Galerie Kornfeld und Klipstein, 1956 (Kauf) – Lysaker (Norwegen), Ernst Schwitters, 1948–1956 (Erbschaft)

Inv.-Nr. KA 142/1969


Quelle:
Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998.
Der Katalog enthält weitere Informationen zu Veröffentlichungen des Werks in Ausstellungen und Literatur.
 
 
  Drucksache  
  Stempelzeichnung 1919  
1919
 
 
 
   
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