Plastik
Von Dada und Konstruktion zur organischen Form
    Die Herbstzeitlose
 
 
 
  Merzmalerei  
 
  Merzbau  
 
 
  Öl, Gips (Rekonstruktion)
80,5 x 29,7 x 35,5 cm

Inv.-Nr. D 175

Die Herbstzeitlose ist, neben nur wenigen anderen Plastiken im Werk von Kurt Schwitters, nicht durch gefundenes und schon vorgeformtes Material mitbestimmt, sondern von Schwitters in einem vollständig gestaltenden künstlerischen Arbeitsprozeß geformt. Sie vereint organisch-pflanzlich anmutende Formen mit geometrisch stilisierter Abstraktion. Diese Gipsplastiken aus den zwanziger Jahren können als Modelle einer Formen- und Materialgestaltung gelten, die der Künstler später im Merzbau realisierte. Das abstrakte Weiß, bei manchen Werken punktuell durch farbige Kontraste akzentuiert, wahrt den elementaren Charakter der Plastiken, – auch wenn in späteren Jahren immer freiere und organische Gestaltungen sowie eine raumausgreifende Bewegtheit die stereometrischen Grundformen variieren. Die Herbstzeitlose, die Schwitters besonders geschätzt haben soll, und die 1943 im Krieg zerstört worden ist, wurde 1956 nach alten Fotografien vom Hannoveraner Restaurator Wilhelm Reuter rekonstruiert. Eine steinerne Version steht auf Schwitters’ Grab in Hannover.

Provenienz
Hannover, Sprengel Museum Hannover, seit 1979 (Leihgabe) – Hannover, Sammlung NORD/LB in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, seit 1994 (Kauf) –
Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum, 1969–1979 (Leih-
gabe) – Lysaker (Norwegen), Ernst Schwitters, 1956–1994



Quelle:
Kurt Schwitters. Werke und Dokumente. Verzeichnis der Bestände im Sprengel Museum Hannover. Hrsg. Karin Orchard, Isabel Schulz. Sprengel Museum Hannover 1998. Kat.-Nr. 59
Der Katalog enthält weitere Informationen zu diesem Werk. (Ausstellungen und Veröffentlichungen)
 
 
  Die Herbstzeitlose  
  1926 - 1929  
1926 - 1929 (Rekonstruktion 1956)
 
 
 
   
 Plastik