Kurt Schwitters = Merz
Merz ist Kunst und Nichtkunst
    Alle vom Auge wahrnehmbaren Materialien entformeln - 1919
 
 
 
  Malerei vor der Erfindung von Merz  
 
  Bildende Merzkunst  
 
 
  Die Merzmalerei bedient sich also nicht nur der Farbe und der Leinwand, des Pinsels, der Palette, sondern aller vom Auge wahrnehmbarer Materialien und aller erforderlichen Werkzeuge.
Dabei ist es unwesentlich, ob die verwendeten Materialien schon für irgend welchen Zweck geformt waren oder nicht. Das Kinderwagenrad, das Drahtnetz, der Bindfaden und die Watte sind der Farbe gleichberechtigte Faktoren.
Der Künstler schafft durch Wahl, Verteilung und Entformung der Materialien. Das Entformeln der Materialien kann schon erfolgen durch ihre Verteilung auf der Bildfläche. Es wird noch unterstützt durch Zerteilen, Verbiegen, Überdecken oder Übermalen. Bei der Merzmalerei wird der Kistendeckel, die Spielkarte, der Zeitungsausschnitt zur Fläche, Bindfaden, Pinselstrich oder Bleistiftstrich zur Linie, Drahtnetz, Übermalung oder aufgeklebtes Butterbrotpapier zur Lasur, Watte zur Weichheit.


Kurt Schwitters. Merzmalerei (1919)
Zitiert nach Friedhelm Lach (Hg.): Kurt Schwitters. Das literarische Werk. Bde 1 – 5 Köln 1974 - 1988. Bd. 5. Köln 1981. S. 37
 
 
  Prinzip Collage  
  Merzkunst entformelt Materialien und wertet sie gegeneinander  
 
 
 
   
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