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Merz-Dichtungen leben von ihrem mündlichen Vortrag. Stimme, Tempo und Lautstärke waren das "Material", mit dem Schwitters Prosa in Sprechstücke verwandelte oder - umgekehrt - aus dem nach vielfältigen Improvisationen niedergeschriebene Lautgedichte entstanden.
Kurt Schwitters Vortragsweise war getragen von von seiner Fähigkeit mit der Stimme zu formen und eine Lautstärke anzuschlagen, die die Proteste seines Publikums übertönte. Unbeirrt von ihren Mißfallensäußerungen konnte er seinen Enthusiasmus authentisch und unmittelbar vermitteln und damit faszinieren. Er konnte seine Zuhörer fesseln und sie durch seine eigene Hingabe - am Ende solcher Sprech-Ereignisse soll Schwitters völlig erschöpft und schweißgebadet gewesen sein - erschüttern, überzeugen und begeistern.
Merz-Abende nannte Schwitters die Ereignisse, zu denen er einlud, um Dichtungen zum Besten zu geben. In Galerien, Ateliers, großen und kleinen Sälen, in Wohnzimmern von Freunden oder seinem eigenem Haus fanden sie zwischen 1921 und 1947 insgesamt wohl über 100 mal statt. "An Anna Blume", die "Revolution in Revon" aus "Franz Müllers Drahtfrühling", "Schacko - Jacco", die "Ursonate" und kleinere Lautdichtungen gehörten zum Repertoire.
Ziel der Merz-Abende war jedoch nicht die bloße Präsentation der Stücke. Schwitters wollte sein Publikum zum Lachen bringen, seine Performances sollten durch Lachen befreien "von allen Dingen, die den Menschen belasten". |
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