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| Wie die Merzdichtung dekonstruiert auch die Prosa ihr sprachliches Material. Verschiedene Textsorten, Erzählstränge oder fiktive Ebenen werden ineinander collagiert, Inhalte paradox verkehrt oder in unterschiedliche Richtungen auseinander entwickelt.
Merzprosa umfaßt dumme Sprüche und banale Sentenzen, die zu Roman oder Epos ausgebaut werden können. Und Merzprosa bringt Bewegung in gewohnte Strukturen: ("Hundekrankheiten bekommt der Hannoveraner nie. Hannovers Rathaus gehört den Hannoveranern, und das ist doch wohl eine berechtigte Forderung.") Hannover (liegt an der Leine) und entwickelt doch - wenn man es richtig rückwärts liest - Dynamik "und zwar ins Unermeßliche". Merzprosa hat selbstreflexive Züge. Sie schildert anschaulich, was der Autor tut, wenn er seinen Text schreibt. Der Bericht einer publikumsgerecht organisierten Schlachtung und Wiederzusammenensetzung des Erzählers etwa seziert Schicht für Schicht ("Die Zwiebel"), wie eine Geschichte gemerzt wird - von den Voraussetzungen ("Es war ein begebenswürdiger Tag, an dem ich geschlachtet werden sollte") und Vorbereitungen ("Der König war bereit, die beiden Sekundanten warteten. Der Schlächter war auf halb sieben Uhr bestellt; es war ein Viertel sieben Uhr, und ich selbst ordnete die nötigen Vorbereitungen an") über den Höhepunkt ("Nun mußte ich zusammenbrechen; also brach ich zusammen zusammen zusammen") und die bange Frage "Was sollte nun werden?" bis zur Rekonstruktion ("Beim Ordnen der Eingeweide waren gewisse Schwierigkeiten zu überwinden, weil sie ein wenig durcheinandergeraten waren") und ihrem glücklichen Ende: "Das Volk aber brachte ein Hoch auf mich aus. (Sozialismus heißt arbeiten)". In "Tran"-Texten ließ Schwitters seinem Spaß und Ärger über "schaafsinnige" Kunstkritiker freien Lauf. Mal war eine einzelne Begegnung Thema, mal ein namentlich erwähnter Herr der Adressat, mal die ganze Zunft mitsamt ihrem Handwerk. "Auguste Bolte" erschien als "Tran Nr.30". |
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